Donnerstag, 25. Mai 2017

Donnerstagsrealitäten oder: JETZT CHILL DOCH MAL, MAMA!

"Jetzt chill doch mal, Mama!"


Genau wie sich die Sprache meiner Kinder im Laufe der Zeit verändert hat, so scheine auch ich mich verändert zu haben.

Während ich mich die 3 Jahre, in denen wir in Frankreich lebten, noch als sehr entspannte Mama sah, scheint sich das nun in Deutschland ja ziemlich verändert zu haben.

Natürlich lag das auch am Alter der Kinder und an den äußeren Umständen, dass ich damals viel chilliger war.

Der Löwenjunge war ein unbeschwertes Kindergartenkind, den der Papa morgens vor der Arbeit zur École Maternelle brachte. So konnte ich beim "Baby"-Winterkind liegen bleiben und die viel zu kurze Nacht wenigstens noch ein bisschen nachholen.

Der Vormittag gehörte dem Haushalt und dem Winterkind, dann holten wir den großen Bruder ab. Der Mittagsschlaf vom Baby war die Exklusiv-Zeit für mein großes Kind und danach verbrachten wir den Nachmittag am Strand, im Garten, beim Basteln oder mit Freunden. Abends kam, ganz klassisch, Papa nach Hause, kümmerte sich um die Jungs und ich machte das Abendessen. Nicht selten packten wir unser Essen ein und picknickten am Strand beim Sonnenuntergang. Das "Genießen" hatten wir uns in Frankreich beigebracht. 





Wir machten die Kinder gemeinsam bettfertig, kuschelten zusammen, lasen die Gute-Nacht-Geschichte vor und begleiteten die Jungs in den Schlaf. Alles mal mehr, mal weniger chillig. Trotzdem war es für mich die schönste Zeit zusammen als Familie.

Das liegt nun alles weit hinter uns. Mittlerweile geht mein Schulkind in die 2. Klasse, spielt leidenschaftlich Fußball, geht 1 mal die Woche zur Wasserwacht und montags in der Musikschule Trommeln. Das Winterkind geht in den Kindergarten und ins Kinderturnen. Das Haus und der Garten sind größer als in Frankreich, mittlerweile gehe ich wieder ein paar Stunden im Reisebüro arbeiten, freitags den ganzen Tag bis 18 Uhr. Auch unser Familienhund Lana möchte natürlich nicht zu kurz kommen, tsja und Papa kommt eben meistens nicht mehr abends nach Hause.

Irgendwie versuche ich trotzdem alles unter den Hut zu bekommen. Nur leider gelingt mir das nicht mehr so entspannt wie damals.
"Jetzt chill doch mal Mama" erinnern mich meine Söhne fast täglich. Aber irgendwie klappt das nicht mehr so gut.


Immerhin habe ich heute, am 25. Mai, mal endlich unsere Osterdeko weg gemacht. Fenster sollte man auch mal wieder putzen, aber dabei kann ich so gar nicht chillen...

Mittags bin ich in der Nähe vom Löwenjunge, der Hausaufgaben so gar nicht chillig findet. Lesen soll er noch 10 Minuten. Das mag er nicht, Bücher liebt er, aber lieber ist es ihm, wenn er vorgelesen bekommt. 

Statt mit den Jungs zu basteln oder im Garten zu spielen, stehen hunderttausend Dinge auf der "To-Do-Liste"; schauen mich die selbstklebende Weihnachtssterne (völlig chillig übrigens) noch im Frühling an (wenn ich diese blöden Teile weg mache muss ich nämlich auch die Fenster putzen) und im Blumenbeet kann man mehr Unkraut als Blumen erkennen.


Statt zu chillen bin ich unzufrieden und blicke genervt schon wieder zur Uhr. Abfahrt in's Fußballtraining. Die Weihnachtssterne müssen noch warten. Der Löwenjunge sucht sein weißes Trikot. Weiße Wäsche haben wir nicht so oft, es liegt also noch ungewaschen im Keller.
"Waaas? Warum denn das, Mama?"
"Weil ich gestern mit jemandem ganz chillig bis 17 Uhr Hausaufgaben gemacht habe und dann lieber mit Euch auf der Picknick-Decke im Garten gelesen und gegessen habe."


Warum aber schreibe ich Euch das alles heute? Das kennen doch sicher die Meisten von Euch auch und vielleicht sogar noch doller.

Aber manchmal muss sowas halt raus. Und mein Frust passt heute wunderbar zu Nadine's Donnerstagsrealitäten. Donnerstags ist hier jetzt Platz auf ihrem schönen Blog Buntraum, für die ungeschminkte Wahrheit, den echten Familienalltag eben. Mir tut es ja immer ganz gut, wenn ich von anderen höre/lese, dass es bei Ihnen auch nicht anders zu geht...

Vielleicht könnt Ihr mir ja jetzt noch ein paar richtig gute Tipps geben, wie man im Chaos chillen kann. Ich bin gespannt und versuche es gerne!

Habt es fein und chillig.
Bisous
Eure Tanja







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1 Kommentar:

  1. Na wumm, das klingt aber auch nach einem vollen Programm, das Ihr da habt. Mir reicht schon eine Nachmittagsaktivität von nur einem Kind, wenn ich mir vorstelle beide hätten zwei, dann würd ich auch recht unchillig werden, denk ich. Bin gespannt wie sich das entwickelt bei drei Kindern, aber ich hoffe die Großen werden zunehmends groß (und chillig). Wünsche dir jedenfalls mal einen Moment Ruhe, bissi Durchatmen und ne gute Tasse Kaffee! Alles Liebe aus Wien, Nadine

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