Sonntag, 2. Oktober 2016

Hallo Oktober. Die Luft war raus- aber ich bin wieder hier!

Es war ruhig geworden bei Tafjora. Sehr ruhig. Hier auf dem Blog, auf Facebook, Twitter und selbst auf Instagram kamen nur wenige Foto's im letzen Monat zu Stande.

Der September war sehr anstrengend und hat mir viel Kraft genommen. 
War unser Familienurlaub in Frankreich auch noch so besonders und wunderschön, konnte ich dieses Mal die Erholung irgendwie leider nicht so mitnehmen, wie ich es gebraucht hätte. 

Am 13. September ging die Schule wieder los und damit auch der Alltag. Es dauerte, bis sich wieder alles eingespielt hatte. 
Der Löwenjunge kam in die 2. Klasse und der neue Stundenplan schenkte mir nun etwas mehr Zeit mit ihm, die er auch braucht und fordert, mir aber am Ende eines Tages fehlte. Mein Schulkind geht nicht in die Mittagsbetreuung und die erste Zeit nach den Ferien war in Sachen Hausaufgaben ein täglicher Kampf: "Ich hab keine Lust, ich mag nicht, ich kann nicht und überhaupt!" 

Das Winterkind verlor die Rolle des "Jüngsten" in seiner Kindergarten-Gruppe, momentan muss er seinen neuen Platz erst finden und sein Alter will es wohl, dass alles ein bisschen anstrengender wird. Ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, dass der Tag für ein Kleinkind gelaufen sein kann, wenn man ihm den morgendlichen Kakao in der falschen Tasse serviert. Mein ausgeglichenes und zufriedenes Winterkind der letzten dreieinhalb Jahre hat nun Wutausbrüche, legt sich gerne schreiend und trampelnd auf den Boden, ärgert und haut den großen Bruder, testet seine Grenzen und gleichzeitig braucht er ganz viel Nähe, Zuwendung und Kuscheln. Auch er ist plötzlich so groß geworden. Redet, versteht und spielt ganz anders. Vieles ist nun einfacher geworden, manches anders und manches eben auch anstrengender. Der Lauf der Zeit eben. 

Seit dem Sommer hat der Löwenjunge nun auch seine Liebe zum Fußball entdeckt. Wir haben ihn in meinem alten Verein angemeldet und haben das Glück, dort ganz fantastische Trainer zu haben. Es war die beste Entscheidung, ihn dort anzumelden, denn er hat so viel Freude dort und dieses Training hat bis jetzt nur positive "Nebenwirkungen". Er ist viel ausgeglichener, viel ruhiger (im körperlichen Sinn, reden hat er nicht verlernt) und lernt jetzt auch, dass man eben nicht immer gewinnen kann. 
Wenn ich ihn manchmal so beobachte, frage ich mich, wann er so groß geworden ist. Die Nachmittage verbringt er nun viel lieber bei Freunden, als mit Mama und dem kleinen Bruder auf dem Spielplatz oder im Garten. Das freut mich einerseits, denn das hat ihm ja auch so gefehlt nach dem Umzug aus Frankreich. Andererseits bedeutet das für mich als Mutter ja auch wieder, ihn ein großes Stück loszulassen. 

So verbringen wir die Wochen nun mit Fußball- und Schwimmtraining beim Löwenjungen, Kinderturnen beim Winterkind, kleinen und größeren Wutanfällen wegen der Farbe des Löffels oder weil der Kleine sauer ist, dass er nicht mit zum Freund vom großen Bruder darf. 

Elternabende, Läusealarm, Kuchen backen für die Mannschaftskasse, Tierarzt (weil Lana sich beim Toben den Lendenwirbel verrenkt hat), Musikschule, Haus und Garten und die ständige Abwesenheit vom Ehemann, haben mir in diesem September einfach zu schaffen gemacht. Jede Stunde arbeiten im Reisebüro war da fast wie Erholung. 

Ganz viel drum herum bleibt liegen (was mich dann auch total ärgert) und Zeit für mich ist kostbar geworden. 

Da ich permanent nur noch müde war und morgens schon mit Kopfweh aufwachte, musste ich mir eine Pause geben. Ich war so gereizt, dass ich es am ganzen Körper spürte. Die kleinste Kleinigkeit meiner Kinder ging mir auf die Nerven, alles war mir Zuviel. 

Ohnehin war mein Kopf viel zu leer (oder zu voll?) zum Schreiben. Alles was mit Tafjora zu tun hatte, wurde auf Eis gelegt und kurze Pausen, die der Alltag hergab genutzt. Ich bin früh zu Bett, habe nach langem mal wieder ein Buch am Stück gelesen und auch mehr Schokolade gegessen als mir eigentlich gut tut. Es war dringend nötig. 


Hallo Oktober!

Der Oktober verspricht nicht wirklich mehr Entspannung. Als ich das Kalenderblatt umgeblättert habe, (ich liebe meinen altmodischen, vierspaltigen Familienkalender) musste ich kurz tief durchatmen. Der Löwenjunge meinte: "Da steht aber schon viel Zeug drin!".
Aber ich denke, die Routine hat sich langsam wieder eingespielt. Muss einfach. Ist schließlich der ganz normale Wahnsinn und geht sicher vielen von Euch genau so. Nur manchmal wird eben alles Zuviel. 

Außerdem fehlt mir das Schreiben, der Blog und die ganzen Dinge drum herum. Das ist mein Ventil und mein Hobby, meine Auszeit vom Alltag. 

Warum ich Euch das heute alles schreibe? Weil ich finde, auch das gehört auf (m)einen Mama-Blog. Überfordert, unzufrieden und müde sein und es auch zuzugeben. Immernoch möchte ich um nichts auf der Welt mit meinem Mann tauschen, der ständig an anderen Orten ist, auch wenn ich mir an manchen Tagen mal ein einsames Hotelzimmer wünsche, wo keiner "Mammaaaa" schreit. (Diesen Wunsch vergesse ich meistens, wenn ich mich hundemüde zu meinen süßen Kindern in's Bett kuschle). 

Und eigentlich wollte ich Euch einfach eine Antwort geben, warum es hier so ruhig war. 

Wie geht es Euch mit sowas? Vielleicht wollt Ihr mir ja mal Eure Tipps verraten, um da locker flockig durch den Alltag zu huschen. Was macht Ihr, wenn Ihr merkt, langsam ist die Luft raus? 

À bientôt und habt eine schöne, stressfreie Woche! Gebt auf Euch acht. 

Bisous,
Eure Tanja



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1 Kommentar:

  1. Ja, das kenn ich... ich habe gelernt, da sehr auf meine Gefühle zu achten und die Bremse zu ziehen, wenn ich merke, ich brauche eine Pause. Dann geht der Große eben mal nicht zum Training und stattdessen bis 16 Uhr in den Hort. Dann gibt es eben 1 Woche mal keine Nachmittagsbesuche und die Elterninitiative muss auf meinen Einsatz verzichten. Dann dürfen die Kinder eben mal 1 Stunde fernsehen und dann sag ich eben mal diesen oder jenen Termin ab. Meist sind das bei mir nur kurze Phasen und dann gehts wieder. Ich hoffe, bei dir auch! Jeder braucht mal Pausen und manchmal auch etwas öfter...

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