Sonntag, 31. Mai 2015

Sonntagskuchen

Seit wir wieder in Deutschland wohnen, noch dazu wieder in der Heimat, kommen ganz alte Erinnerungen und auch Rituale aus der Vergangeheit wieder  in's Gedächtnis.
Eines davon ist sicherlich auch der Sonntagskuchen. Es gab eine kleine feine Auswahl an Kuchen bei uns zu Hause, Familienrezepte, weitervererbt, heiß geliebt und so oft gebacken, dass das gute Gelingen und die Vorfreude darauf schon im Rezept inbegriffen waren. 

Nun muss ich dazu sagen, dass es nicht jeden Sonntag einen Sonntagskuchen gab, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Aber unvergessen bleibt dieser Duft im ganzen Haus und dass mir meine Mami, egal wie alt ich war, (das letzte Mal übrigens schon mit über 30) immer, einen kleinen Teigrest zum probieren übrig ließ, wenn ich beim Backen nicht dabei sein  konnte. 

Für Sahnetorten und Obstkuchen war meine Oma zuständig, die im Sommer immer das viele Obst aus ihrem Schrebergarten verarbeiten musste und uns meist schon am Samstag Nachmittag mit Kuchen versorgte. Unvergessen bis heute. 

Die letzten Jahre habe ich nicht sonderlich viel und wenn dann auch nur mit sehr geringer Leidenschaft gebacken. Einzig für die Geburtstagskuchen meiner Jungs kannte die Phantasie keine Grenzen. Auf Familienfeste reisten wir ja ohnehin "nur" an, daher "mussten" wir meist auch nie für den Kuchen sorgen. Und in Frankreich wurde man doch bestens mit süßen Stückchen, Tartes oder Maccarones versorgt.  

Das hat sich aber in letzter Zeit nun alles irgendwie etwas verändert. Die Sonntage fühlen sich hier plötzlich mehr nach Sonntagen an. Sie sind sehr Besonders, noch ein bisschen letzte kostbare gemeinsame Zeit, bevor der Mann sich am späten Nachmittag wieder in's Auto setzen und bis Freitag verabschieden muss. Manchmal kommt auch noch die Familie zum Kaffee vorbei, was früher aufgrund der Entfernungen gar nicht möglich war. 
Die Sonntage sind nun meist zu kurz um irgendwelche Ausflüge zu veranstalten, aber manchmal auch zu lange um sie trotzdem besonders und sonntäglich zu gestalten. 

In letzter Zeit gab es dann ja einige Feste, die Sonntage waren mit Familie und Sonntagskuchen verplant und es war schön! Und nun scheint so eine kleine, neue  Leidenschaft bei mir ausgebrochen zu sein. Wenn ich abends nicht gleich einschlafen kann, dann durchstöbere ich bei Pinterest die Pinnwände nach neuen Rezepten. (Liebe Grüße an dieser Stelle an meine liebe französische Pfarrfrau, wir haben so ziemlich den gleichen Geschmack und pinnen uns gegenseitig die Pinnwände zu, es ist so schön, Merci meine Liebe!) 

Der Sonntagskuchen bekommt in unserer Familie also ein Comeback. Schön zusammen zu backen und zu genießen, den Kindern beim Naschen zuzusehen und den längst vergessenen guten Geruch wieder in der Nase zu haben. 

Habt Ihr auch einen Sonntagskuchen? Dann ruhig her damit ich bin voller Eifer und liebe es, Neues zu probieren.

Den Sonntagskuchen zum heutigen französchen Muttertag habe ich übrigens bei Zimtkeks und Apfeltarte (was für eine wundervolle Seite, herrlich!) gefunden und ich kann Euch nur empfehlen: nachbacken! Schmeckt so lecker wie sich das Rezept liest und ist einfach zu backen (den Boden habe ich übrigens gestern Abend schon gemacht).


(Ich hab ihn natürlich Erdbeer-Tarte getauft, ein bisschen Frankreich muss schon sein hier, oder? ;-))


Viel Spaß beim Backen und viel Spaß jetzt sonntags bei unserem Sonntagskuchen!

À bientôt und Gros Bisous

Eure Tanja



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