Mittwoch, 18. Februar 2015

Aschermittwoch - 40 Tage Fastenzeit und ein ganz spontaner Entschluss

Heute ist Aschermittwoch und damit beginnt auch die Fastenzeit der Christen.
Das Fasten finden wir aber eigentlich in allen Weltreligionen, denn das Verzichten soll unseren Körper und unsere Seele "reinigen", Platz schaffen für Gebet und Meditation. Eine Vorbereitung auf das Osterfest in 40 Tagen.

In meiner Kindheit, war die Fastenzeit ein fester Bestandteil in unserem Familienjahr. Wir Kinder verzichteten (ab einem Alter wo wir das auch verstanden) auf Süßigkeiten, meine Eltern zum Beispiel auf Süßigkeiten und Alkohol, das Gläschen Wein am Samstag abend.
Auch nutzten meine Eltern die Fastenzeit gerne für gemeinsame Fastenkuren, um die überflüssigen Weihnachtspfunde purzeln zu lassen.


Meine Eltern haben mir das nicht aufgezwungen, aber sie waren Vorbild und es wirkte geradezu ansteckend, denn sie taten das Verzichten nicht mit Gejammer oder prüsteten sich damit, nein, dahinter steckte eine feste Überzeugung und ihr tiefer und echter Glaube an Gott.
Es war kein Zwang sondern ein Geschenk.

Das ganze fiel mir als Kind natürlich nicht so leicht, vor allem weil es ja an jeder Ecke Verlockungen gab. Aber ich entwickelte für mich jedes Mal eine ganz besondere Motivation. Gerade dann, wenn es am Schwersten war NEIN zu sagen, war ich umso stolzer, dass ich den Verzicht geschafft und stark geblieben war. Heimlich naschen hätte dieses Gefühl nur kaputt gemacht und kam nicht in Frage.

Aber wißt Ihr was das Allerschönste war?
Der bunte Süßigkeitenkorb den jedes Kind am Ostermorgen gefunden hat.
Könnt Ihr Euch vorstellen, wie lecker Schokolade nach 40 Tagen Verzicht schmeckt? Geschmacksexplosion pur, das kann ich Euch sagen. Als Kind habe ich so sicherlich auch Dinge schätzen gelernt.

Später dann, so Mitte 20, war ich nicht mehr ganz so auf Süßigkeiten verrückt, ich verzichtete auf Alkohol. Mein Freundeskreis fand es super, sie hatten 40 Tage immer einen Fahrer für das Wochenendprogramm.

Die letzten Jahre habe ich meinen Glauben und somit auch das Fasten ganz weit hinten in meinem Herzen versteckt. Der ganze Ballast der letzten Jahre haben es ziemlich zugestellt und nach hinten verdrängt. Und doch scheint irgendwas zu fehlen, was ich in Worte jedoch nicht fassen kann.

Warum ich das hier alles schreibe? Damit ich es selbst nicht vergesse und ich mich dadurch täglich motivieren kann.
Gestern abend habe ich nämlich sehr spontan entschieden, die Fastenzeit 2015 mal wieder aktiv zu werden: Ich möchte fasten und zusätzlich 40 Tage auf Süßigkeiten verzichten.

Gegen 10-15 Kilo habe ich anzukämpfen, was nicht ganz so einfach wird, wenn ich meinem Arzt glauben kann. Ich leide an den Symptomen der Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, die mir unter anderem noch einige Sonderkilos eingebracht haben.
Und da ich durch die Schwangerschaften auch mit dem Rauchen aufgehört habe (und dank meinem Winterkind das nicht aufhören will zu stillen glücklicherweise auch noch nicht wieder damit angefangen habe) sind an manchen Tagen die Schokolinsen und Chips meine Nervennahrung geworden.

Wenn man bewusst auf etwas verzichtet, dann fällt es einem auch doppelt so schwer, die Finger davon zu lassen. Ich weiß jetzt schon, wie hart das wird, nicht noch den restlichen Schokokeks vom Kind in den Mund zu stecken oder vielleicht mal schnell so eins. zwei, fünf, viele Gummibärchen heimlich in der Küche bevor man die Jungs bettfertig macht...

Keine Ahnung wo mich das alles hinführt, Fakt ist, ich schaffe solche Sachen nur mit persönlichen Vorgaben. Sonst wird das nix.


In 40 Tagen ist also Ostern, hoffentlich habe ich dann wieder das gleiche Gefühl am Ostersonntag. Vielleicht für Süßes, vielleicht kommt aber auch dieses warme Gefühl im Herzen zurück, das mir mein Glaube mal einst gegeben hat...

A bientot und gros bisous
Eure Tanja



P.S. Vielleicht fastet und verzichtet Ihr auch? Oder leidet auch an Hashimoto und habt ein paar Tipps für mich? Dann schreibt mich gerne an. Gemeinsam kämpfen macht vieles einfacher.
Ich wünsche Euch eine erfolgreiche Fastenzeit.

Kommentare:

  1. In meiner Familie wurde über die Fastenzeit gar nicht gesprochen. Meine Eltern haben beide mit der Kirche so gar nichts am Hut. Als ich älter wurde, fing ich von selbst an, für diese 40 Tage Verzicht zu üben. Süßigkeiten, Alkohol, Fernsehen war dabei, aber am schwersten war es für mich, auf Fleisch zu verzichten. In der Woche vor Ostern träumte ich jede Nacht von einem Medium gebratenen Rumpsteak. Ein Graus für alle Vegetarier, ich weiß.
    Heute esse ich immer noch gerne Fleisch, wenn auch sehr selten und ausgewähltes, aber fasten werde ich es nicht mehr ;-)
    In diesem Jahr faste ich "Runtermachen". Sieben Wochen lang versuche ich, die Schönheit meiner Mitmenschen UND meine eigene zu sehen und weder andere noch mich runterzumachen. Gute Gedanken only. Ich bin so gespannt, wie mir das gelingt. Ich bin mir sicher, dass es nicht gleich komplett klappen wird. Mal sehen.
    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Julia, das ist eine richtig tolle Idee, mit dem "Nicht-runter-machen!" ich habe mir das Durch Deinen Kommentar auch vorgenommen und es ist wirklich nicht so einfach und bedarf täglich neuer Übung.
      Bin gespannt, was Du darüber zu berichten hast und wie es Dir dabei so geht!
      Lieben Gruß
      Tanja

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  2. In meiner wurde ebenfalls nicht über die Fastenzeit gesprochen, ob wohl meine Eltern katholisch sind und meine Großeltern in Polen immer noch ganz streng leben. Manchmal schüttel ich den Kopf, wenn sie manche Dinge als Gottes Wunder bezeichnen.

    Ich selbst faste nicht, weil ich zwar katholisch getauft wurde, aber nie an Gott geglaubt habe.
    Zudem würde es meinem Körper einfach nicht gut tun. Ich muss essen, sonst nehme ich ganz schnell ab.

    Dir drücke ich dennoch fest die Däumchen! :)

    Liebe Grüße, Geli

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    1. Liebe Geli,
      danke für Deine Nachricht und für´s Däumchen drücken. Ich habe beschlossen, Dir einfach ein paar Kilos von mir abzugeben????
      Ich kenne das, ich war früher superdünn und jeder Magen-Darm-Virus liess meine Mama Angst bekommen, dass ich zu dünn werde... Hing leider auch schon damals mit der lieben Schilddrüse zusammen, vermute ich mal....
      Lieben Gruss
      Tanja

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  3. Bei meinem Mann wurde auch eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert. Habe letzte Woche dazu noch was im Fernsehen gesehen. Wichtig für die Diagnose ist, dass nicht nur die Hormonwerte bestimmt werden, sondern auch ein Ultraschall von der Schilddrüse gemacht wird. Mit den entsprechenden Medikamenten lässt sich aber dann ohne Probleme damit leben.

    LG, Micha

    P.S. In diesem Jahr faste ich eher umgekehrt. Da ich die Tendenz habe, mir selbst eh schon zu viel zu versagen, werde ich schauen, dass ich mir was Gutes tue ;-)

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  4. Früher habe ich oft Fasten gemacht. Dank meiner Familie war es mir zur Gewohnheit geworden. Aber bei uns war auch ein bisschen strenger, also ohne Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte und Alkohol. Sonst gibt bei uns auch jeden Mittwoch und Freitag Fastenzeit.
    Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche, schöne und entspannte Fastenzeit und freue mich über Ihr Feedback!
    Liebe Grüse
    Oana

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    1. Liebe Oana,
      bei uns gab es früher Freitags kein Fleisch und keine Wurst, das mit Mittwoch´s kenne ich so nicht. Irgendwie hat sich das bei mir automatisch in den Alltag mit eingeschlichen, denn witzigerweise gibt es Freitags oft Süßspeisen wie Eierkuchen, Dampfnudeln oder Waffeln.
      Auch Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich eine entspannte und schöne Fastenzeit!
      Herzlichen Gruß
      Tanja

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  5. Aus meiner Erfahrung sind diese Vorsätze, die kurzentschlossen getroffen werden, meist gut durchzuhalten, weil man sich vorher nicht soviele Gedanken und Pläne darüber machen muss. Mir geht es in diesem Jahr genauso!!!
    Ich werde auch auf Süßigkeiten und Alkohol verzichten. Mit dem Fleischverzicht hab ich keinerlei Probleme, da ich Vegetarierin bin. Ich hoffe dadurch auch ein paar lästige Kilos loszuwerden, und mich zum Frühjahr hin etwas fitter und beschwingter zu fühlen. Ich wünsche uns eine schöne Zeit und gutes Durchhaltevermögen!!! Wir werden dafür belohnt. Hab mir auch einen Schrittzähler zugelegt, da ich ein Sportmuffel bin. Du jedoch wirst mit Deinen Kindern wohl genug Schritte tun jeden Tag.

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    1. Ja, ich glaube auch, dass es gut war, sich das spontan als Ziel zu setzen, mit anderen Vorsätzen bin ich auch schon viel zu oft gescheitert :-)
      Ich wünsche Dir viel Erfolg und gutes Durchhalten!!! :-)
      Lieben Gruß
      Tanja

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  6. Ich habe auch die Fastenzeit am Aschermittwoch eingeläutet und soll ich dir, liebe Tanja was verraten? Ich habe mich schon Tage vorher drauf gefreut!!! Hoffe ich halte es weiter gut gelaunt und fröhlich bis Ostern durch.

    Ernährung wurde mal wieder auf richtig gesund unterstellt.

    Glg dani

    Hast einfach wieder tolle Worte gefunden! Vllt findest du ja den Glauben schneller, als Du denkst zurück

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    1. Lieben Dank, Dani!
      Ja, wer weiß, der Mensch denkt und Gott lenkt. Alles hat ja so seinen Grund und vielleicht gehören diese Zweifel ja auch einfach dazu.
      Wünsche uns eine schöne und entspannte Fastenzeit! Bleib auch weiter bis Ostern fröhlich, hörst DU?!
      Herzlichen Gruß
      Tanja

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  7. Liebe Tanja,

    ich finde Deinen Entschluss toll, halte durch! Und schön, dass Du so einen festen Glauben hast, das ist sicher eine Stütze in jeder Hinsicht.

    Ich kenne Fasten auch als "Enthaltsamkeit", die einen religiösen Kontext haben kann, aber nicht muss. Also als Verzichtswochen z.B. auf Ärger, Autofahren, Den-Wecker-Weiterstellen, aber natürlich auch auf die lieb gewonnenen Naschis - eben das, bei dem man für sich selbst entscheidet, dass es gerade mal dran ist ;) Und manches kann man ja hinterher ganz weglassen, das kann auch toll sein :)

    Leider kann ich in punkto Essen gerade nicht mithalten - ich bin immer schon froh, wenn ich etwas in meinen schwangerschaftsbedingt kleinen Magen bekomme - aber vielleicht fällt mir ja noch etwas anderes ein :)

    Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende

    Deine Küstenmami

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    1. Lieben Dank, Küstenmami,
      Du darfst erst nächstes Jahr wieder mitmachen :-)
      Passt schön auf Euch auf.
      Lieben Gruß
      Tanja

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  8. Liebe Tanja,

    oh man solche Ziele würde ich auch gerne mal festsetzen. Dafür kenne ich mich aber viel zu gut!

    Ich finde es toll, dass du seit der Schwangerschaft und nun während einer langen Stillzeit das Rauchen nicht wieder angefangen hast! Auch wenn ich früher nur Gelegenheitsraucher war und daher keinen ernsthaften Nikotinschmacht erlebt habe, als ich aufgehört habe: Ich denke, du bist weit über den Punkt hinweg wo du unbedingt wieder anfangen "müsstest" ;-)

    Alles Gute bei eurem Umzug! Ich weiß zu gut wie das ist zwischen Ländern hin und her zu ziehen :-) Ich habe übrigens vor dem Abschied aus Hong Kong für meine Große ein "Scrap-Book" ähnlich einem Poesiealbum rumgegeben, wo sich ihre Freunde mit Fotos verewigt haben. Das schaut sie sich noch heute total gerne an.

    Liebe Grüße,
    Uta

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    1. Danke Dir, liebe Uta!
      Ich brauche wirklich diese spontanen Vorsätze und auch ein bisschen Kontrolle. Das gibt mir hier mein Blog. Normal bin ich so, dass wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich das auch bis zum Ende durch, Mein Problem: ich muss erst mal damit anfangen.
      Beim 1. Kind hatte ich nur 13 Monate gestillt, und zack- direkt danach wieder angefangen. So blöd, Für machne Entscheidungen brauche ich also die Pistole auf der Brust.
      noch vor einem halben Jahr habe ich sehr oft an´s rauchen gedacht, zumal mein Mann es ja leider nicht geschafft hat mit aufzuhören.
      Man sieht, Langzeitstillen kann ganz gute Nebeneffekte haben. Dass das rauchen mir schadet, damit konnte ich viele Jahre ganz gut leben, aber meinen Kindern schaden, das könnte ich nicht.

      Das mit dem Scrap-Book haben wir auch gemacht, es geht grad bei seiner Klasse rum und bis jetzt sind schon sooo schöne Beiträge drin. Abere danke für den Hinweis, hihi jetzt weiss ich endlich wie man sowas nennt!
      Ganz lieben Gruß
      Tanja

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