Montag, 22. Dezember 2014

Bloggers Weihnacht - das 22. Türchen von Jessi von FEIERSUN´S WORLD




Je mehr Freude wir anderen Menschen machen,
desto mehr Freude kehrt ins eigene Herz zurück.
Deutsche Weisheit





Jetzt dauert es wirklich nicht mehr lange. Sind Eure Kinder auch schon so aufgeregt? Es sind Ferien und die Zeit bis Heilig Abend zieht sich so dahin. Also für mich ja eigentlich nicht, ich hätte noch 1000 Dinge zu erledigen, aber irgendwie gehen die so schlecht mit aufgeregten Kindern :-)

Auf meiner Bloggers Weihnacht ist das 22. Türchen dafür schon längst bereit von Euch geöffnet zu werden: die liebe Jessi von FEIERSUN´S WORLD ist heute bei mir zu Gast. Sie schreibt einen Familienblog "der etwas anderen Art", wie sie ihn beschreibt:
"Was uns anders macht, das ist unsere Familienkonstellation. Nachdem wir unsere Motte im Jahr 2011 ganz traditionell geboren haben kam der große Junge im Dezember 2013 mit bereits 15 Jahren in unsere Familie. Also zur Familie gehörte er als Neffe meines Mannes schon immer, aber als Familienmitglied unserer kleinen Minifamilie. Wir sind um eine Person gewachsen und leben das Leben einer etwas anderen Familie mit ihm als Pflegekind in der Verwandten-Pflegschaft. Das macht es nicht immer einfach, aber wenn uns eines ausmacht, dann unser großes Herz und die Liebe zueinander. Denn nicht das Blut macht uns zu Eltern, sondern die LIEBE!"

Jessi hat auf ihrem Blog eine kunterbunte Mischung für Euch parat. Von superleckeren und kinderleichten Apfelplätzchen , Do-IT-YOURSELF-Wimpelketten aber auch Gedanken der besonderen Art wie der erst letztens erschienene Beitrag Gutes Tun muss nicht immer Großes sein.

Nun wünsche ich Euch ganz viel Spaß mit 

Jessi ´s Weihnacht





Was bedeutet Weihnachten für Dich, für Deine Familie und (wie) hat sich diese Bedeutung in irgendeiner Weise verändert seit Du Kinder hast?
Bevor die Motte geboren wurde, hatte ich Weihnachten nicht mehr so in meinem Herzen. Als ich sechzehn war, war mein Opa gestorben einen Tag vor Heilig Abend und für mich war schlagartig Weihnachten vorbei. Zumal wir trotzdem zu einer Einladung geschleppt wurden mit Menschen die ich nicht kannte und die meine Trauer nicht verstehen konnten. Mein Opa war – da ich ohne Vater aufwuchs – meine Vaterfigur. Ein paar Jahre später wurde es ein gemütliches Beisammensein. Meine „Stiefgroßeltern“, meine Ma und ich machten es uns immer nett mit tollem Essen und jeder packte an. Doch seit dem Tot meines Stiefopas war dieser Part von Weihnachten aus meiner Familie verschwunden. Bis heute gehen meine Eltern Essen mit der Ma meines Stiefvaters. Ich pendelte noch mit Baby hin und her um beiden Familien, trotz der 400 km Entfernung, gerecht zu werden. Das tat ich genau einmal und dann hatte die Tradition „Ein Jahr NRW ein Jahr Niedersachsen“ ein Ende, denn ich tat es meinem Kind nicht an für einen Abend 400 km zu fahren um diese dann am nächsten Tag wieder zurück zu legen.
Wir suchen unsere eigenen Traditionen und so kommt hier auch kein Weihnachtsmann mehr (der im letzten Jahr löste eine tagelange Panik beim Kind aus) und so kommt hier das Christkind und auch gibt es hier am Heiligen Abend das große Essen – nicht wie weit im Norden verbreitet Würstchen und Kartoffelsalat.  Das kann ich einfach nicht.

Welche besondere Kindheitserinnerung hast Du an Weihnachten?
Ja, leider gibt es auch andere besondere Geschichten und so hatte ich wahnsinnige Angst vor dem Weihnachtsmann.  
Ich hatte wahnsinnige Angst vor dem Weihnachtsmann, der mir mal auf der Straße ein Bonbon schenkte, dieses blieb mir im Halse stecken und ich kämpfte mit der Luft. Dann nahm er mich an den Füßen und klopfte mir auf den Rücken. Er rettete mich damit, was ich aber nicht wahrnahm und schon gar nicht verstand. Für mein Empfinden riss er mich an den Beinen hoch und versohlte mir den Hintern – kindliche Wahrnehmung von der ich mich auch nicht abbringen lies.

Wann beginnst Du mit Deinen Vorbereitungen? Planst Du alles durch oder bist Du bei allem eher ein Last-Minute-Mensch?
Das ist von Jahr zu Jahr verschieden. Letztes Jahr ist es fast komplett untergegangen und wir hatten bis auf eine Lichterkette draußen, den Weihnachtsbaum und das Backen von Keksen nicht viel vorbereitet, was die Deko und so anging. Aber uns war allen nicht nach Weihnachten. Dieses Jahr denke ich werde ich versuchen in der ersten Dezemberwoche zu beginnen. Geschenke hab ich schon einen großen Teil.

Gibt es besondere Rituale oder Bräuche in der Advents- und Weihnachtszeit bei Euch?
Früher sind wir immer wie die Verrückten hin und her gefahren zwischen den 400km die unsere Eltern voneinander trennen. Mit Kind hab ich das genau noch einmal gemacht und seit dem unser Haus fertig ist weigere ich mich zu irgendwem zu fahren. Auch zu den Großeltern zwei Straßen weiter möchte ich am Heiligem Abend nicht hin, hier ist unser zu Hause und hier sollen die Kinder es genießen. An den andern Tagen lasse ich gerne mit mir verhandeln, aber diese 400-km-Gewaltstrecken mache ich nicht mehr mit. Dann muss es sich schon lohnen und da ich nun auch mit dem Jahresabschluss zwischen den Tagen beschäftigt sein werde, fällt es auch aus ein paar Tage in die Heimat zu fahren.
Aber wir sind dabei unsere eigenen Bräuche und Traditionen zu finden.

Weihnachtsmann oder Christkind?
Wie oben beschrieben, ganz klar das Christkind – und nach dem gescheitertem Versuche im letzten Jahr mit dem Weihnachtsmann der zu uns nach Hause kam und eine regelrechte Panikattacke bei der Motte auslöste, bleibt es auch bei ihr dabei das das Christkind kommt.

Wie sieht Euer Weihnachtsfest aus?
Ich bin gespannt. In den Letzen Jahren habe ich Rouladen gemacht. Einfach weil sie lecker sind und sich wahnsinnig gut vorbereiten lassen. Vor zwei Jahren hab ich bis mittags noch gearbeitet gehabt und letztes Jahr war das Chaos und der Trubel hier so sehr Programm das selbst das Schmücken auf der Strecke blieb und ich war früher immer die Deko-Queen.
Aber in der Vorstellung kommen wir alle zusammen. Mal sehen wann wir das Mottchen in die Kirche bekommen das es auch Sinn für sie macht und nicht einer unter Stress versucht „das Kind ruhig zu halten“. Dann kommen wir nach Hause und alle gehen hoch oder noch Spazieren. Mama hat dann etwas drinnen vergessen und wenn sie fertig ist kommt sie rausgerannt – Kerzen brennen im Haus, Lichterketten sind an Musik läuft und ein Glöckchen läutet – und holt alle aufgeregt hinein. Das Christkind war da, das Christkind war da…. Christkinder können nämlich nur von den Mamas gesehen werden….leuchtende Kinderaugen, vielleicht irgendwann ein Lied oder ein Gedicht unterm Weihnachtsbaum…. Ach Mütter können träumen – aber ich glaube fest daran das das irgendwann so hier sein wird, jedes Jahr ein Stückchen mehr.

Habt Ihr ein traditionelles "Heilig-Abend-Essen" oder entscheidet Ihr das jedes Jahr neu?
Früher gab es traditionell eine Ganz oder einen Braten. Als meine Mutter meinen Stiefvater heiratete, gab es in jedem Jahr eine Gans oder Ente, Wild und Klöße mit Rotkraut. Nun gehen sie essen. Etwas was ich mir gar nicht vorstellen kann. Bei meinem Mann gab es immer schon Würstchen und Kartoffelsalat. Damit kann ich so gar nix anfangen, das ist für mich kein Weihnachtsessen. Bei uns haben sich die Rouladen eingeschlichen. Alle mögen sie, die Vorbereitung ist super und alles passt. Am ersten Weihnachtstag gibt es diese und zu Mittag bei den Großeltern Ente und am zweiten Feiertag dann meist Schweinefilet - Medaillons im Speckmantel…. 

Befrage doch mal Deine Kids: Wie erklären sie mir Weihnachten? 
Die Motte erzählt noch genau das was wir ihr erzählen und das sie Angst vor dem Weihnachtsmann hat, dass doch bitte lieber das Christkind kommen möchte. Der Große hat Weihnachten hinter sich. Ich bin gespannt wie es ihm gehen wird in diesen Tagen und hoffe das wir ihm eine Stützen seien werden. Wie wissen ja alle wie emotional gerade das Fest der Liebe sein kann…. 

Wo und wie findest Du Ruhe und Besinnung in dem ganzen Trubel?
Früher sagte ich immer: „Für mich ist erst dann Weihnachten, wenn ich ein Märchen gesehen habe“. Und genau das versuche ich auch irgendwie dazwischen zu schieben. 

Hast Du einen besonderen Weihnachtswunsch?  
Wir haben uns bereits im November unseren materiellen Wunsch besorgt. Aber immaterielle Wünsche haben wir auch. Gesundheit, Ruhe, ich wünsche mir im Speziellen mehr Gelassenheit und mehr Distanz zu Dingen, die mich rasend machen. Aber eigentlich möchte ich nur mit allen beisammen sein und als Familie versuchen ein paar schöne Tage zu verbringen – ohne negative Emotionen und Streit, ohne Hektik und böse Gedanken.

Auf was freust Du Dich dieses Weihnachten 2014 am Meisten?
Irgendwie freue ich mich in diesem Jahr ganz besonders darauf, dass wir unser erstes Weihnachten zu viert verbringen. Letztes Jahr waren die Großeltern und der große Junge mit seinem Bruder schon dabei, aber da war noch alles so sehr ein Kampf. In diesem Jahr ist er Teil unserer Familie – unserer kleinen eigenen Familie. Außerdem bekommt die Motte Jahr für Jahr alles immer mehr mit – das ist spannend und bringt einen Hauch des Weihnachtszaubers auch wieder in die Herzen von uns Erwachsenen.

Was hast Du uns heute hinter Deinem Blog-Türchen versteckt? 
Eine ganz besondere Geschichte aus meiner Kindheit. Sie ist nicht besonders lang, aber ich erinnere mich heute noch sehr gerne daran und spüre einen Hauch des Zaubers von Weihnachten, den wir großen Menschen leider oft vergebens suchen, denn das Gefühl dieses Zaubers ist als Kind viel intensiver.
Ich habe eine kleine Geschichte für Euch wie ich den Zauber von Weihnachten fast verloren hätte und er sich dann wieder in mein Herz schlich...












Liebe Jessi, ich danke Dir für Dein schönes Interview und Deine Geschichte bei Dir auf Deinem Blog. Habt ein schönes Weihnachtsfest zusammen und bewahrt Euch den Zauber der Weihnacht in Eurem Herzen!

Und morgen kommt dann das vorletzte Türchen! Bist Du wieder dabei?

Grand bisous 
Eure Tanja
  

1 Kommentar:

  1. Das mit dem Hin- und Herfahren zwischen den Eltern/Schwiegereltern (800 km!!) kenne ich auch. Hölle! Seit wir Kinder haben, machen wir das nicht mehr. Ich wünsche euch eine friedvolle, ruhige Weihnacht! <3

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