Montag, 29. September 2014

Töpfchen-Training ja oder nein? Sauberkeitserziehung - so machen wir das.

Zu aller erst muss ich hier natürlich wieder dazu schreiben, dass das unsere ganz eigenen Erfahrungen und Beobachtungen sind. Seht es einfach als einen Weg von vielen. Jedes Kind und jede Familie ist anders. 
Und so ist das bei uns eben:

Mammmaaa - Kagggaaa
Mein Winterkind ist mit seinen fast 22 Monaten kein Kind vieler Worte. Er babbelt, manchmal könnte es deutsch sein, manchmal französisch. 
Aber seit etwa 4 Wochen ertönt es nun regelmäßig (meistens beim Abendessen) 
"Mammmmmaaaaa - Kagggaaa"
Dann schnappt er sich ein Bilderbuch und marschiert in Richtung Toilette. 
Da sitzt er dann auf der Sitzverkleinerung des großen Bruders und macht Sitzung. Und da dies zu 99 Prozent auch immer erfolgreich ist, gehe ich stark davon aus, dass er es spürt. Das große Geschäft. 
Stinkewindeln gibt es bei uns fast gar nicht mehr, sogar als er diesen Magen-Darm-Infekt hatte, verbrachten wir mehr Zeit auf dem Klo als sonst wo. 



Ich bin noch gar nicht so weit!
Natürlich finde ich das genial. Aber irgendwie war ich mal wieder nicht so weit, denn ich habe zwar das 2. Kind aber immer noch kein Töpfchen. 
Dabei war fast klar, dass er sich sich bei diesem Thema sich bei seinem großen Bruder und Vorbild einiges abguckt. 

Beim Löwenjungen spielte sich das nämlich ganz ähnlich ab. Kurz vor seinem 2. Geburtstag machte er das große Geschäft nicht mehr in die Windel sondern wollte aufs Klo, so wie Mama und Papa. Wir machten nie ein Geheimnis daraus, die Türen konnten immer überall geöffnet werden und wenn er uns fragte, was wir machen, dann erklärten wir ihm das. Es war klar, auf ein Töpfchen würde er wohl eh nicht gehen. Wir haben eine Sitzverkleinerung gekauft und von da an war das Thema Töpfchen Geschichte. 
Irgendwann sagte er dann auch wenn er Pipi musste. Nicht immer, aber immer öfter. Eines Tages, etwa einen Monat vor seinem 3. Geburtstag teilte er uns mit, er bräuchte nun wirklich keine Windel mehr. 
Es dauerte dann ziemlich genau noch ein weiteres Jahr, als er dann mit 4 uns sagte, dass er nachts auch keine Windel mehr braucht. 
Dass das so perfekt läuft, hätte ich nie im Leben gedacht. Aber ich denke ganz einfach, dass das auch damit zu tun hat, wie entspannt wir dabei waren (und das meine ich auch genau so!) und ihn immer dann unterstützt haben, wenn er uns gezeigt hat, wie weit er ist. 

Ich habe viele andere Geschichten mitbekommen. Manche setzen ihr 1-Jähriges alle 60 Minuten auf den Topf. Kann man so machen, aber ganz ehrlich, wenn man mich alle Stunde aufs Klo setzt... 
Manche können es sich auch nicht verkneifen ihr Kind permanent aufs Klo zu triezten. Ja, so war ich auch mal, aber das brachte rein gar nichts! Dann ist er aus Trotz nicht gegangen. Erinnern ja, gehört dazu, ich weiß nur zu gut, dass manchmal einfach keine Zeit ist um aufs Klo zu gehen. (Und das kenne ich definitiv auch so, manchmal mache ich noch 1000 Dinge obwohl ich ja eigentlich aufs Klo wollte...)
Aber ganz ehrlich. Ich glaube auch einpullern gehört zum trocken werden dazu- wie soll man es denn auch sonst merken??? 

Jedes Kind ist anders!!!! Entspannen wir uns also, sofern alle organischen Dinge mit unseren Kindern stimmen. Vertrauen wir ihnen und geben ihnen die nötige Zeit, auch wenn wir es kaum erwarten können! 
Aber wenn die Zeit eben noch nicht reif ist, wird das halt auch nichts. 
Es kommt nämlich auch auf die Reifeprozesse des Gehirns an. 

Mir war immer lieber, mein Kind lernt seinen Körper kennen, spürt wann er auf Toilette muss und nicht wann ich ihm diktiere zu gehen. 
Und mein Dickkopf geht auch nur wenn er muss. In den ersten beiden Jahren in der Ecole Maternelle hat er das bestens bewiesen. Da gibt es nämlich "Toiletten-Zeiten". Da müssen dann die Kids aufs Klo gehen. Unser Kind ging nicht. "Warum soll ich denn gehen wenn ich nicht muss?"  
So haben wir das den Lehrern erklärt und er musste nicht mehr nach Stundenplan. Und der Erfolg gab uns Recht. 

Mal sehen wie es beim Winterkind weiter geht. Natürlich sind wir noch weit davon entfernt trocken zu werden, aber das muss er ja auch noch nicht- wir freuen uns einfach über jedes Mal das klappt und vertrauen ihm einfach. 
Ganz sicher, wird er es auch schaffen- wenn er soweit ist. 

Seid also nicht enttäuscht wenn es länger dauert. 

Ein tolles Interview hat übrigens MammaMia auf ihrem Blog mit einem Urologen geführt. Ich finde der gibt uns irgendwie Recht, lest doch mal hier:

"Sauberkeitserziehung: Die besten Tipps vom Kinderurologen"

 

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht, Töpfchentraining ja oder nein? Erfolgreich oder noch in der Testphase? Ich freue mich auf Eure Meinungen.

 

Wenn Ihr einen MonteMon verlinken wollt, dann bitte Kommentar hinterlassen.

 

Lieben Gruss und a bientot,

 

Eure Tanja 

 

 


Wer nichts verpassen will, der darf mir sehr gerne auf Facebook folgen. Viel mehr Bilder von unserem kunterbunten Familienleben gibt es übrigens auf Instagram.

Über Deinen Kommentar freue ich mich übrigens ganz besonders! Es bedeutet mir sehr viel, dass Du Dir dafür einen Moment Zeit nimmst. * Merci *

 

 

Kommentare:

  1. Bei uns lief es auch völlig ohne Druck. Das Fräulein war damals mit etwa 2 3/4 tagsüber trocken. Der Knirps war grad 3, meine ich. Das ging quasi von heute auf morgen.
    Von Töpfchentraining halte ich selbst auch nicht viel und habe es nie praktiziert :)

    Toll, dass das beim Winterkind schon so super klappt :)

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    1. Danke, liebe Nessa.
      Habe heute abend gesehen, dass es bei Dir ganz ähnlich ablief.
      http://wundertolles.de/jedes-kind-bestimmt-sein-eigenes-tempo-von-nassen-und-trockenen-naechten/
      (habe ja Deinen Blog erst vor kurzem entdeckt und hatte heute mal ein bisschen Zeit zum schmökern).
      Wir sehen das beide ja ganz ähnlich und ich finde Deinen Blogbeitrag dazu auch super.
      Lieben Gruss

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  2. Die Grosse war mit 2 Jahren und 3 Monaten tagsüber trocken und ein paar Monate später auch nachts - ganz ohne Stress und es ist nicht mal was daneben gegangen. Unser Kleiner ist jetzt schon 29 Monate alt und informiert mich lediglich, wenn ich ihm die Kaka-Windel wechseln soll. Er ist vor fast 1 Jahr schon 5x mal auf seine Lerntoilette gegangen, hat da reingekackert und seitdem interessiert es ihn nicht mehr. Was soll's. Irgendwann wird es schon soweit sein. Nie haben wir Stress gemacht oder werden Stress machen. Wenn er soweit ist, dann wird es wahrscheinlich von einem auf den nächsten Tag klappen. Toll, dass es bei Deinem Winterkind schon so schön klappt.

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    1. Ich bin auch etwas erstaunt und na ja, wenn es vielleicht auch nur ne Phase ist, dann ist es auch ok. Früher oder später wird es schon klappen und so freu ich mich grad einfach über jede Stinke-Windel weniger hihi (bin nämlich so ein Schussel und vergesse manchmal das Wickelzeug...)
      Lieben Dank für Deinen Kommentar!

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  3. Hey liebe Tanja,

    schau mal, das habe ich einen Monat vor Lausbubs 4. Geburtstag geschrieben :)
    http://www.allerlei-themen.de/vom-trocken-werden/
    Und wir haben es ähnlich gemacht. Vertraut, geschaut, warum er wann was macht und dann klappt es allein.
    Dieses jede Stunde drauf setzen... Ne ne.
    Und ich finde, was man nicht vergessen darf, man darf auch mal sagen "das war aber nicht nötig, dass Du so lange gewartet hast, bis es nicht mehr geklappt hat".
    Ich kenne nämlich auch den Fall, wo "ist doch nicht schlimm" zu regelmäßig nassen Hosen führt :)
    Lieben Gruß und ich freue mich, dass ihr da so unkompliziert seid.
    Petra

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    1. Liebe Petra,
      danke für Deinen Kommentar und den Link zu Deinem Beitrag. Freue mich richtig, dass es anscheinend endlich etwas stressfreier geworden ist dieses Thema oder?! Schön, dass es bei Euch auch so viel Vertrauen gibt, wir ticken doch irgendwie ähnlich :-)
      Lieben Gruss
      Tanja

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  4. Also ich muss gestehen: für ein richtiges Töpfchen-Training war ich zu faul. Und außerdem ließ sich die Maus sowieso nicht dazu zwingen oder überreden. Sie hatte zuerst Interesse an der Toilette, dann wieder gar nicht, plötzlich wollte sie nur noch auf die Toilette so als hätte sie nie etwas anderes getan. So war die Maus plötzlich tagsüber trocken- ganz ohne Training und Druck. Ich glaube: je mehr Druck man macht, desto mehr sträuben sich die Minis...

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    1. Hihi, so ging es mir auch, das wäre mir viel zu anstrengend gewesen, ich hatte mir davor auch noch gar keine Gedanken gemacht so richtig. Mein Kind hätte sich das auch nicht gefallen lassen und mit Gewalt auf den Topf setzen das geht für mich ja gar nicht.
      Lieben Gruss
      Tanja

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  5. Das Mini-Göörl ist jetz 26 Monate und geht für das große Geschäft auf die Toilette (Sitzverkleinerer).. aber aus rein praktischen Gründen, weil sie sich immer so schwer tut und wir einfach die "Schwerkraft" nutzen.. sie war bisher 1x selbstständig auf dem Töpfchen (ich habs einfach mal ausprobiert) - sogar ohne das ich dabei war - allerdings hatte sie noch den Schlüppi an :)

    Ich setze sie immer mal wieder auf die Toilette, z.b. vorm Duschen oder Baden, das funktioniert dann auch jedesmal - sonst pinkelt sie mir vor die Füße :)

    Angesagt hat sie es bisher noch nicht, ich dränge sie da aber auch nicht. Zumal ich diesbezüglich selbst etwas "geschädigt" bin. Meine Mutter hat mich laut ihrer Aussage auch nicht gedrängt, ich hatte aber bis bestimmt zum 10 Lebensjahr Probleme mit Bettnässen.. da war ich dann mit 6 Jahren und in der ersten Klasse mal eben 4 Wochen im Krankenhaus für lauter unsinnige Untersuchungen. Gottseidank bin ich da heile durch gekommen (ohne Wiederholung der Klasse oder andere "Schäden") und auch meine Eltern waren davon nicht begeistert mich 4 Wochen dort zu lassen.

    Meine Mutter hat das bei den nächtlichen Bettwäsche-Wechseln nie zum Thema gemacht, was ich ihr sehr hoch anrechne. Deswegen kann ich da heute auch so offen drüber reden. Ich werde nie die Angst vor meiner ersten Klassenfahrt vergessen. Im Mehrbettzimmer. Und dann der Stolz, weil es in den 5 Tagen gut ging.

    So etwas will ich meiner Kleinen nicht zumuten, nur weil ich sie vorzeitig zu irgendetwas zwinge, was sie noch nicht kann oder will. Und jeder, der mir was anderes einreden will, der kriegt eine auf die Mütze :)

    LG Nicola

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    1. Liebe Nicola,
      ich finde es toll, wie offen Du da drüber redest, das würden glaube ich auch nicht viele machen, weil sie sich deswegen schämen. Das war sicher auch nicht so einfach damals für Euch?! Ich stell mir Deine Angst bei der Klassenfahrt grad vor. Du Arme!
      Ja, manchmal klappt es halt doch nicht ganz so einfach. Aber schön, dass Ihr das auch so entspannt sieht!
      Lieben Gruss
      Tanja

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    2. Seit meinem Erwachsenenleben habe ich damit keine Probleme das zu erzählen.. ist ja eigentlich auch nix, wofür man sich schämen sollte.

      Das einzige, wo ich eventuell etwas "Druck" mache ist beim großen Geschäft.. da muss ich sie öfter auf der Toilette halten.. ich hoffe aber, das wir das jetzt mit der Osteopathie in den Griff kriegen.

      LG Nicola

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