Montag, 25. August 2014

Beobachten - und Staunen.


"Das Kind weiß, was das Beste für es ist. Lasst uns selbstverständlich darüber wachen, dass es keinen Schaden erleidet. Aber statt unsere Wege zu lehren, lasst uns ihm Freiheit geben, sein eigenes kleines Leben nach seiner eigenen Weise zu leben. Dann werden wir, wenn wir gut beobachten, vielleicht etwas über die Wege der Kindheit lernen?"
(Maria Montessori)


Es gibt viele solcher "Schlüsselsätze", die mich an Maria Montessori so reizen und faszinieren. 

Ich habe ihre Pädagogik weder studiert noch alle ihre veröffentlichten Schriften gelesen. Aber ich habe mich mit ihren Thesen und Ideen beschäftigt, als ich gemerkt habe, dass vieles einfach ganz logisch und normal ist und zu uns passt.

Dazu gehört für mich auch das hinsehen/zusehen, das Beobachten meiner Kinder. 

Das ist in der Hektik der Zeit leider oft gar nicht so einfach, aber wenn man sich die Zeit nimmt dann kann man wirklich spannende Dinge an seinen Kindern entdecken. 

Das Winterkind hat sich in dieser Woche zum Beispiel fast 20 Minuten mit einem Geschirrhandtuch und 4 Bauklötzen beschäftigt. 
Immer und immer wieder hat er die Klötze eingepackt, umgedreht, wieder ausgepackt, das Geschirrtuch versucht wieder zusammenzulegen, versucht unten darunter zu schauen (leider war der Tisch ja dann im Weg).
 Ich war fasziniert von dieser Ruhe und Neugierde die in seinen Handlungen lag. Dies geschah ganz einfach aus seiner eigenen Idee. Ich werkelte in der Küche, er nahm sich irgendwann mein Handtuch und zog los. So geht das bei ihm eigentlich den ganzen Tag, man muss ihn gar nicht "bespassen" oder zu irgendwas animieren. Er zieht einfach los. Immer mal wieder natürlich rückversichernd dass Mama noch irgendwo da ist. 

Die Kinder einfach mal machen lassen heißt ja nicht gleich Laissez-Faire, sie ignorieren oder sich nicht kümmern. Nein, sie einfach mal machen lassen bedeutet, sie die Welt entdecken und verstehen lassen. Mit ihren eigenen Augen, Händen, Gefühlen. Eben mit allen Sinnen.

Ich beobachte die Jungs so gerne! Am Liebsten natürlich aus dem Hintergrund, denn wenn sie sich nicht beobachtet fühlen sind sie noch viel intensiver bei der Sache. Ich beobachte und staune dann auch immer wieder, wieviel die Kinder können, wenn man sie lässt. Wieviel Geduld sie auch immer wieder aufbringen um ihr Ziel zu erreichen und welche Ideen sie entwickeln, von sich aus, wenn man nicht in das Geschehen eingreift. 


So ein Frühstück mit 20 Monaten kann unter Umständen sehr viel Konzentration und Geduld erfordern aber auch unheimlich stolz machen. Das Ei muss ganz behutsam "gelöffelt" werden, damit es nicht kaputt geht, denn Eierschalen schmecken nicht.

Nein, "mit dem Essen spielen" sieht für mich anders aus. Es muss "begriffen" werden wie das geht. Mittlerweile klappt es schon sehr gut, mit demBrot schmieren. 

Meine Kinder wollen das übrigens, sie werden da nicht gezwungen, nicht dass jemand denkt, ich würde ihnen nichts machen wollen.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass der Kleine diese Dinge alle viel früher einfordert selbst zu tun, weil er es sich eben beim grossen Bruder abguckt. "oh, mein Bruder schmiert sich sein Brot selber, dann mache ich das natürlich auch"

Und ich - finde es toll - brauche aber deswegen genau so lange am Frühstückstisch, weil ich viel zu lange damit beschäftigt bin voller Stolz und Freude meinen Kinder zuzusehen, wie sie jeden Tag "ihr eigenes kleines Leben auf ihre eigene Weise leben"


Wenn wir genau beobachten, wird uns ganz klar und deutlich, in welcher "sensiblen Phase" sich unser Kind befindet.
(Maria Montessori stellte fest, daß es bestimmte Phasen in der kindlichen Entwicklung gibt, in denen Kinder eine besondere "Empfänglichkeit", für den Erwerb bestimmter Fähigkeiten haben.  Während dieser sensiblen Phasen richtet sich die Aufmerksamkeit des Kindes auf ganz bestimmte Bereiche)

Und genau das erkenne ich nun in meinen Kindern wieder. Diese besondere Empfänglichkeit für bestimmte Dinge. Bewegung, Sprache, ganz egal. Wenn ich beobachte dann kann ich von ihnen lernen. 

Welchen Montessori-Moment oder welche Montessori-Idee würdest Du gerne in dieser Woche mit uns teilen? 
Ich sammle hier ab sofort montags Eure Momente, die ihr hier verlinken könnt. Damit wir viele schöne Montessori-Momente gemeinsam teilen können. 

Viel Spass beim Beobachten und a bientot!

Eure Tanja

(Montessori-Montag)





Wer nichts verpassen will, der darf mir sehr gerne auf Facebook folgen. Viel mehr Bilder von unserem kunterbunten Familienleben gibt es übrigens auf Instagram.

Über Deinen Kommentar freue ich mich übrigens ganz besonders! Es bedeutet mir sehr viel, dass Du Dir dafür einen Moment Zeit nimmst. * Merci *


Kommentare:

  1. Der Montessori-Montag ist eine Spitzenidee! Nächste Woche bin ich dabei.
    Liebe Grüße
    Leni

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    1. Liebe Leni,
      danke, ich freue mich, wenn Du mitmachst und bin schon ganz gespannt!
      Lieben Gruß
      Tanja

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  2. Ich muss sagen, das ich merke, das ich meiner noch zuviel abnehme.. gestern gab es Kürbis-Creme-Suppe.. oder wie ich es nenne.. Suppen-Massaker. Der Anfang mit "fließenden" Lebensmittel ist immer schmierig. Sie hantiert mit dem Löffel herum.. arrgh.. Das bringt mich immer an meine Toleranz-Grenze. Aber ich muss sie jetzt machen lassen. Mit dem Messer geht noch gar nicht.. da fuchtelt sie wie blöd mit rum und ich hab Angst um meine und ihre Gesundheit :)

    Allerdings war ich gestern Mega-Stolz, das sie ihre Crogs alleine angezogen hat. Zwar konsequent Ziegenpeter, aber hey..

    Ich muss mir da ein bisschen mehr Zen aneignen :) Und mehr Suppe kochen

    LG Nicola

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    1. Liebe Nicola,
      ach frag nicht, manchmal muss ich auch tief durchatmen wenn ich beim Essen zusehe und nicht "eingreife". Manchmal frage ich mich ja auch ob er überhaupt genug ißt oder nur "übt". Suppe ist ja auch schwer. Wünsche Dir viel Geduld, uns hat es geholfen, dass er viel mit dem Löffel gespielt hat, also Linsen in Behälter gelöffelt, Nüsse von einer Schüssel in eine andere, oder auch viel draußen mit Wasser probieren: mit einer Suppenkelle oder Löffel schöpfen und umfüllen lassen. Es gibt viel was die Motorik unterstützt und den Kids aber gleichzeitig so viel Freude bereitet, vor allem wenn es dann klappt. Viel Erfolg Euch. :-)
      Und wenn das dann mit der Suppe super klappt, nicht vergessen am MonteMon mit uns zu teilen :-))
      GLG
      Tanja

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