Freitag, 1. August 2014

Gastbeitrag von Buntraum: In der Zwischenwelt zwischen mir selbst,meinem Mutterdasein und meiner Arbeit

Hallo Ihr Lieben!

Zeit für einen neuen Gastbeitrag oder? Falls Ihr öfters bei mir auf dem Blog oder auf meiner Facebookseite vorbeischaut, dann kennt Ihr ja auch meine ganz besonderen Blog-Lieblinge. Und dazu gehört auch die Seite und der Blog Buntraum von Nadine aus Wien. Ihre wunderbaren Friday Fives die ja auch mich immer wieder inspirieren gehören für mich zum Freitag schon dazu. Der Blog war einer meiner ersten die ich las, denn immer wieder schreibt sie mir einfach aus der Seele. Ich könnte fast immer bei ihr kommentieren "oh ja, das ist bei uns auch so, kenne ich, daaaanke" und so habe ich schon viele Tipps, Anregungen oder einfach auch nur Bestätigung geholt. Manchmal tut es gut, zu wissen, dass ja doch alles ganz normaler "Wahnsinn" ist. 

Dass Nadine auch zugesagt hat, für mich einen Gastbeitrag in meiner Urlaubspause zu schreiben macht mich daher umso glücklicher. 

Ganz herzlichen Dank liebe Nadine und viele Grüße nach Wien!

Buntraum findet Ihr übrigens auch auf Facebook

In der Zwischenwelt zwischen mir selbst, meinem Mutterdasein und meiner Arbeit
Ich bin Mutter und Familienbegleiterin. Obendrein bin ich Bloggerin. Ich blogge in einer Zwischenwelt zwischen dem eigenen Mutterdasein und meinem Job als Familienbegleiterin. Ich möchte gern meine Ansichten, mein Wissen kombiniert mit meinen eigenen Erfahrungen teilen. Mit anderen Eltern und allen, die mit Kindern zu tun haben.
Das Gute daran gleichzeitig Mutter und Familienbegleiterin zu sein, ist, dass man eben viel mit der Thematik zu tun hat, sich in vielen Bereichen gut auskennt und sich viel intensiver damit auseinandersetzt, als man es als Mutter tun würde. Es hat aber auch Nachteile.
Nicht ich selbst
Wenn ich nämlich mit meinen Kindern gemeinsam andere Eltern treffe, die meinen Job kennen, fühle ich mich automatisch beobachtet. Ich habe das Gefühl, dass schnell geschaut wird, wie ich in welchen (meist eher schwierigen) Situationen reagiere. Wie ich Konflikte löse. Dabei habe ich das Gefühl dass die Erwartung an mich sehr hoch ist. Dabei ist das womöglich eher meine eigene als die tatsächliche Erwartung. Dennoch fällt es schwer, das Gefühl abzustellen. Was meist dazu führt, dass ich in solchen Situationen weder noch bin. Ich bin keine Familienbegleiterin, denn das bin ich für meine Kinder einfach nicht. Ich bin aber auch nicht die authentische Mutter, die sie kennen. Und so stressen mich solche Treffen zuweilen. Auch Tweetups meide ich aus diesen Gründen eher. Weil ich da weder ich selbst noch mein Twitteraccount bin. Sondern irgendeine Zwischenperson.
Unerreichbarer Perfektionismus
Ein weiteres Problem im Leben als Familienbegleiterin ist, dass meine Ansprüche an mich selbst sehr hoch sind. Wenn ich mich doch so gut auskenne, mich so viel mit all diesen Themen befasse und so oft hilfreiche Tips und Ratschläge geben kann, dann muss ich das doch selbst verinnerlicht haben und stets und ständig danach handeln. Doch das Gegenteil ist der Fall. Janet Lansbury hat in ihrem Artikel „I think I know why you’re yelling“ (http://www.janetlansbury.com/2013/02/i-think-i-know-why-youre-yelling/) mögliche Gründe aufgezeigt, warum wir als Mütter unsere Kinder anschreien. Einer davon war, weil wir eben selbst so perfekt sein wollen. Weil unsere Ansprüche an uns selbst so hoch sind. Zu hoch. Mein Problem ist dann oft - wenn ich mal wieder ausgeflippt bin und die Nerven geschmissen habe, dann fühle ich mich hinterher doppelt mies. Weil ich ausgeflippt bin als Mutter und weil ich doch als "Expertin" hätte wissen müssen, wie es anders geht. Mein Sternzeichen Jungfrau steht mir hier mit dem Perfektionsstreben besonders im Weg. Immerhin habe ich mittlerweile erkannt, dass mir solche Fehltritte in meiner Arbeit sehr helfen. Mein Blog ist viel authentischer und lebendiger, wenn ich eben nicht die bin, die alles weiß und kann, sondern wenn ich mich auf der gleichen Ebene bewege, wie meine Leserin. Und auch in Beratungen ist es immer wieder wohltuend für meine Klientinnen, wenn sie hören "Kenne ich." oder "Ist mir auch schon passiert." Ich übe mich also darin, meine eigenen Ansprüche etwas abzustreifen, aber es will mir nicht immer gelingen. (Auch schon wieder so ein Perfektionsding)
Verzweifelte Themensuche
Wenn man sich beruflich mit Dingen befasst, die einen auch privat betreffen, so ist es schwierig in Zusammentreffen mit Freunden oder im Dialog mit dem Partner andere Themen anzusprechen. Das geht mir manchmal selbst auf die Nerven und ich suche dann verzweifelt nach etwas anderem, was nicht mit Kindern zu tun hat. Ich habe sehr viele andere Leidenschaften und bin froh, wenn ich darauf angesprochen werde. So lese ich auch sehr gern Blogs, die so rein gar nix mit Kinderthemen zu tun haben. Für Empfehlungen bin ich da auch immer offen :)
Dennoch liebe ich neben all diesen kleinen oder großen Nachteilen meinen Job sehr. Und auch den Blog dazu. Denn letztendlich ist er nochmal eine Möglichkeit eigene Erfahrungen zu reflektieren. Und auch die eigenen Ansichten zu hinterfragen. Die Kommentare und das Feedback darauf zeigen mir, wie hilfreich meine Arbeit auch für andere ist. Und das finde ich so wunderbar daran.

1 Kommentar:

  1. Oh ja, das kenne ich als Psychologin auch sehr gut. Das Gefühl, in manchen Situationen genau beobachtet zu werden, kommt dann aber oft doch eher von mir selbst.
    LG, Micha

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