Freitag, 25. April 2014

Hilf mir, es selbst zu tun

Bonsoir, ça va?

Kinder überraschen einen ja jeden Tag auf's Neue.
Beim ersten Kind wartet man insgeheim immer schon auf den nächsten Schritt. Was kommt als nächstes, wann machen sie dieses und wann jenes. 
Bei meinem Zweiten ist das zwar ähnlich, aber viele Dinge passieren plötzlich ganz "nebenbei". 

Mit seinen 16 Monaten ist das Winterkind von morgens bis abends auf Entdeckungstour. 
Er schaut sich Dinge oder Handlungen an, beobachtet und fixiert ganz besonders seinen großen Bruder und macht es dann irgendwann einfach. Dann kennt er kein Ende mehr und will am Liebsten nur alles alleine machen. 
Er probiert und probiert bis es klappt und gibt so schnell nicht auf. 

Brei Füttern? War keine Option für uns. Brei??? Warum sollte er was anderes essen als sein Bruder dachte er wohl und  griff schon schneller als gedacht nach Löffel und Gabel. 
Wenn ich mal aus Zeitgründen den Abendbrei füttern will, (den isst er komischerweise- wahrscheinlich weil er so gelb wie Löwenjunges' Vanillepudding aussieht?) komme ich nicht weit. Bekommt er selber den Löffel- klappt es wunderbar. 
Na ja und auch das mit dem schlafen im Floor Bed ist ja irgendwie das Gleiche. Er geht alleine in sein Bett. 

Größtes Interesse derzeit sind Treppen aller Art. Ihn mal schnell in die obere Etage zu tragen findet er ziemlich doof, er will die Stufen selbst hochlaufen. (Neiiiin ist gar nicht anstrengend und dauert auch fast nicht ewig- neiiiin)

Seit Tagen muss ich nun aufpassen, denn er benutzt alles was ihn größer macht um sich "Treppen" zu basteln. 
So klettert er dann plötzlich vom Motorikwürfel auf die Werkbank des Bruders, um das Osterfensterbild vom Löwenjungen zu zerstören. 

Der Wohnzimmertisch ist super um hochzuklettern und ein bisschen zu tanzen. (Sehr schwer bei diesem Anblick nicht zu Lachen)

Der große Bruder macht die Türe zu seinem Zimmer zu? Ok, dann hole ich eben den Hocker vom Bad und versuche die Türe wieder aufzubekommen. 

Heute stand er dann sage und schreibe 10 Minuten auf seinem Lernturm (den er sich irgendwann einfach so zu der Türe schob) und machte die Tür zu unserer Waschküche auf und zu. Immer wieder. Es faszinierte ihn einfach und er fand kein Ende. 

Und ich? Ich war fasziniert von seiner Freude und seinem Ehrgeiz und seinem glücklichen Strahlen. 



Hilf mir, es selbst zu tun
Zeig mir, wie es geht
Tu es nicht für mich
Ich kann und will es alleine tun

Hab Geduld, meine Wege zu begreifen Vielleicht brauche ich mehr Zeit,
weil ich mehrere Versuche machen will

Mute mir auch Fehler zu,
denn aus ihnen kann ich lernen

Maria Montessori (Kinder lernen schöpferisch)

Oh ja, das braucht Zeit und Geduld.

Das geht morgens los, wenn er sich versucht T-Shirt und Socken anzuziehen.

Wenn er sich selber eincremen möchte;

Die Treppe nach unten gehen;

Alleine essen;

Und und und.

Aber es ist auch wunderschön zu sehen, wie selbstverständlich unsere Kinder diese Dinge dann irgendwann einfach tun.

Der Löwenjunge heute zum Beispiel. Ich war damit beschäftigt den Trockner einzuräumen. Da piepste unser Wecker für den Tee. Er unterbricht sein Malen, macht den Wecker aus und nimmt ganz vorsichtig die Teebeutel raus. 
Aber einfach so. 
Ohne ein "kannst Du mal bitte?". 
Das sind so Momente, die machen mich doch einfach stolz.

Auch wenn bei uns alles irgendwie etwas länger braucht.

À bientôt und bis Bald




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