Donnerstag, 13. Februar 2014

Grau - [gris] auch trübe Gedanken gehören dazu

Heute war ein stürmischer und grauer Tag in Frankreich. Richtig grau. So grau, dass man gar nicht aufstehen will und so grau dass selbst alle Lichter im Haus das Grau nicht heller machen.
Nun gut, um ehrlich zu sein, war er nicht grauer als die letzten, vergangenen Tage, denn auch hier am Meer ist Winter, nur hier eben stürmisch, regnerisch und grau.
Nur ich fühle mich heute auch grau. Das überfällt mich aber immer "ein paar Tage danach". Und mit danach meine ich, unseren Urlaub in der Heimat. 
Die erste Zeit bist Du noch damit beschäftigt, daheim alles auszupacken, die Wäsche zu machen, das Haus zu putzen und wieder Routine und Struktur reinzubringen, während das kleine Kind hinter Dir wieder eine Spur der Verwüstung zieht. Dauerschleife aufräumen und Dreck wegputzen. 
Danach spüre ich dann wieder dass eben was fehlt. Die Familie ist weit weg, Du bist weit weg. Kannst auch nicht mal schnell dahin, wenn Dir der Tag mal wieder endlos vor kommt. 

Das große Kind war ja heute wieder den ganzen Tag in der ecole. Also gab es heute auch keine "Machtkämpfe" und "Grenzen gnadenlos austesten". 
Na und das kleine Kind ist ja ein zufriedenes und ausgeglichenes Kerlchen was eben die Welt entdeckt und das strengt Mama eben manchmal an. 
Der Tag war heute also eigentlich nicht anders als sonst, keine nennenswerte Katastrophen oder Sauereien. 
Ein bisschen mehr Haushalt weil der Goldschatz heute bis 22 Uhr im Dienst war. 

Gut, das Abendprogramm alleine runter spulen, schlaucht mich immer etwas. 2 müde Kinder fast gleichzeitig bettfertig machen und dann hoffen, dass das kleine Kind heute so gut einschläft, damit das große Kind nicht so lange warten muss mit kuscheln. Da denke ich oft, man, so Alleinerziehehde haben das jeden Abend, wir zwar derzeit immer öfter aber nie so endgültig. 

So müde und ausgebrannt fühlte ich mich schon mal. Das große Kind war etwas über 1 Jahr und für 2 Jahre hatten wir nur einen Wochenendpapa. Familie war damals "nur" knapp 600 km weg, also man hat das eben so alleine gewuppt. 
Zu meinem Arzt meinte ich damals, dass ich früher, als ich "normal arbeiten" ging und sogar nachts nebenbei noch kellnern war, lange nicht so schlapp war wie als Mutter. 
Und er sagte, dass er das kenne. Das sei ganz normal, denn im Job hat man ja ganz andere Erfolgserlebnisse, bekommt Lob und Anerkennung was einen dann pusht. 

Oh das hört sich nach jammern an, was?! Ist es ja auch. Gehört doch dazu. Ohne Grau kein Bunt. 
Man kann ja auch nicht immer alles haben und vermisst immer das was man nicht hat. 
Klar, bekomme ich ja Anerkennung von meinen Männern. Irgendwie kann man das aber nicht vergleichen. 
Mit Kleinkind bist Du rund um die Uhr Mama. Ich wollte nix anderes. Klar. Aber momentan macht es müde. Das alte Leben so weit weg wie die Heimat. 
Keine Familie, die mal schnell aushelfen kann, wenn die Batterien leer sind. 

Ab Montag sind wieder 2 Wochen Ferien, 1 Woche davon alleinerziehend. 

Hoffentlich sind das keine "grauen" Ferien sondern "bunte"


A bientot und grand bisous

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