Sonntag, 9. Februar 2014

Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die ist???

Unter Umständen länger als man denkt...

Wir sind endlich wieder daheim! Nach über 14,5 Stunden sind wir gestern Abend kurz vor 22 Uhr endlich wieder daheim angekommen. 
Total müde und erschöpft dieses Mal, aber es hat zum Glück alles geklappt. 

Mein Goldschatz  war ja schon vor einer Woche zurückgefahren und so musste ich mich, das lange Stück bis Paris, erst mal alleine mit dem grossen und dem kleinen Kind, dem großen roten Koffer, meinen Rucksack, den Bondolino, einen Baggy, einen Kinderkoffer ("den ziehe ich schon alleine, Mama"), einem Kinderrucksack und der Minikühltasche mit den Maultaschen und dem Leberkäs auf den Weg machen. 
5 Stunden, dann würde mein Goldschatz uns in Paris abholen, mit uns in der Metro 13 Stationen zum anderen Bahnhof fahren und dann von dort nochmal 3 Stunden mit uns nach Bordeaux fahren. 
Das war der Plan, der war eigentlich auch ganz ok, auch wenn es mir durchaus vor der Zugfahrt ein wenig graute: das kleine Kind ist knapp 14 Monate alt und voller Tatendrang, er kann seit 3 Monaten laufen, sitzen gehört naturgemäß nicht zu seinen Stärken. Da können 5 Stunden schon endlos lang werden!

Meine liebe Familie gab uns noch einen tollen Anschied und wir 4 wurden zu viert zum Bahnhof und sogar samt Sack und Pack in den Zug gebracht. Gold wert, da der TGV ja nur ca 3 Minuten Aufenthalt im Bahnhof hatte.

Die Abschiedstränen sind natürlich immer inklusive, aber hielten sich bei mir dieses Mal in Grenzen, denn mein ganzer Körper war auf Hochspannung. 
Kennt Ihr das, wenn man tief Luft holen will, man aber nicht kann? 
Und wenn man sich fühlt, als müsse man wortwörtlich aus der Haut fahren, weil man das Gefühl hat, die Haut ist zu eng? Ja, genau so ging es mir gestern. 

Ein Blick im Zug umher beruhigte mich schon mal, wir waren im letzten bzw. ersten Wagen, es war also super ruhig, da wir vom "Durchgangsverkehr zum Klo" verschont blieben. 
Hatten einen Viererplatz mit Tisch, da saß ein junger Typ mit Laptop. Hm, man muss nicht Gedanken lesen können um zu erahnen was er dachte als wir 3 da ankamen. (Das kleine Kind wollte sich natürlich sofort an das Kabel und den Bildschirm ranmachen...)
Und neben uns noch junggebliebene Großeltern mit Teenager-Enkelkind. 

Die Fahrt ging los und das große Kind freute sich über die Überraschungszeitung von Bibi Blocksberg, die ich noch heimlich gekauft hatte und das kleine Kind beschäftigte sich erst mal zufrieden mit der Butterbrezel. 
Alles ganz entspannt!
Bis der Zug nach 45 Minuten sehr, sehr langsam wurde und schließlich vollends zum Stehen kam. 
"...aufgrund von einem Unfall mit Personenschaden können wir momentan nicht weiterfahren, da die Strecke gesperrt würde. Wir bitten um Verständnis..."
Ja, ne, is klar! Das muss ja jetzt auch uns wieder passieren. 
Nur wie lange dauert sowas? 
Bei uns dauerte es zusätzliche 130 Minuten. 
In den 130 Minuten lernten wir dann unsere Mitfahrer kennen, da die beiden Kinder irgendwann unbedingt Bewegung brauchten. Das große Kind erzählte unsere Lebensgeschichte, es schien die Leute zu interessieren. "Was, sie leben in Frankreich? Das ist aber toll, erzählen sie doch mal!"
Irgendwann schlief das kleine Kind endlich ein, das große Kind wurde ungeduldig. "Mama, wann fahren wir endlich wieder?"
Irgendwann da holte Mama dann das pädagogisch ungemein wertvolle iPad raus. Ich hatte am
Abend vorher endlose Zeit damit verbracht, nach was "vernünftigem" zu suchen, aber entweder bin ich zu kritisch oder ich habe nur Schrott gefunden. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich erst aufhöre wenn ich entweder versehentlich einschlafe oder zufrieden bin. Und so gab es noch das Hörspiel "Oh wie schön ist Panama" und den Film vom "Mondbär". Mein Sohn ist sehr sensibel und ich muss aufpassen was er so anschaut, weil er sich immer viel zu viele Gedanken macht und das so intensiv hört oder anschaut, dass er dann nachts schlecht schläft. 

Nach über 2 Stunden ging es dann endlich weiter. Der Anschlusszug in Paris war damit unerreichbar. Gott sei Dank gibt es ja Handys und mein Goldschatz konnte sich um die Umbuchung kümmern, der war mittlerweile nämlich auch schon in Paris angekommen. 
Es brachte zwar alles nix, aber es hat mich soooo aufgeregt! Statt 5 Stunden nun 7 Stunden. 

Aus purer Langeweile und um ein bisschen Abwechslung rein zu bekommen (immer noch 3 Stunden vor uns!) bin ich mit den Jungs in's Bistro. Die Zeit ging zwar rum, aber es kostete uns auch ein paar Nerven, da das kleine Kind den O-Saft vom großen Kind in die Finger bekam, sich die Hälfte über die Hose und die andere Hälfte auf den Boden leerte. 
Zurück am Platz ist das kleine Kind nochmal eingeschlafen. War klar, dass dann das große Kind auf's Klo muss oder? Aber die junge Omi von nebenan half aus und setzte sich zum kleinen Kind, damit das nicht beim Schlafen vom Sitz kullert. 
Leider hatte sich das große Kind natürlich nicht so ganz richtig auf die Zugtoilette gesetzt (wer macht das schon im Zug?) und meinte dann so nebenbei, "ich sitze nicht richtig Mama, das wird glaub grad alles nass". Juhuuuuuuu passiert nie, nur wenn man alleine mit 2 Kindern unterwegs ist, das kleine Kind bei der fremden Omi schläft, die Leute vor der Türe Schlange stehen, da einige
Toiletten ausgefallen sind, UND: wenn auch das Toilettenpapier alle ist!!!! 
Weitere Details erspare ich Euch. 
Irgendwann- Stunden später waren wir dann in Paris. Und die Leute aus unserem Abteil verabschiedeten uns freundlich, wünschten uns alles Gute und beglückwünschten mich mit "ganz tolle Jungs haben sie da!" 
Ha- das geht runter wie Butter und war wie so ein kleiner Energy-Drink. 

Der Rest unserer Reise war dann auch ganz ohne Zwischenfälle. Die Jungs waren total happy als sie Papa am Bahnsteig sahen. Wir quetschten uns in die Metro, aßen dann noch was und wollten nur noch heim. 
Die Franzosen liebe ich ja. Im ganzen Menschenstrom der durch den Bahnhof zur Metro hetzt findest Du immer Leute, die einfach am Baggy anfassen wenn Du plötzlich vor einer Treppe stehst. Sogar die jungen Leute. Da wird nicht groß gefragt, geredet, die machen einfach! Passiert mir in Deutschland irgendwie nicht so oft.

Kurz vor Bordeaux haben wir dem kleinen Kind schon den Schlafanzug angezogen, das große Kind hatte im Zug noch geschlafen und danach den Mondbär angeschaut und Goldschatz und ich haben zusammen das kleine Kind bespaßt. 

Nach 40 Minuten Autofahrt hatten wir es endlich geschafft und waren daheim. 

Zugfahren ist für meine Jungs und mich erst mal nichts was wir sofort wieder machen wollen :-)

Und Ihr so? 
Gute Nacht.






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