Freitag, 10. Januar 2014

Schlafprobleme? Jedes Kind kann schlafen lernen? Schlaft Ihr schon durch? (Teil 1)

Heute habe ich auf Facebook einen Post von der Zeitung Eltern gelesen.
Für eine Geschichte werden Eltern gesucht, die über die Schlafprobleme ihrer Kinder erzählen möchten:
"Besonders 2 Fälle fehlen uns noch für unseren Artikel" heißt es da: "eine Familie die gemeinsam im "Familienbett" schläft und ein Kind das im Kindergartenalter noch nicht ohne Mama/Papa einschlafen konnte oder nachts oft aufgewacht ist. Wir sind gespannt auf Eure guten Tipps"
Beim ersten durchlesen fühlte ich mich ja irgendwie angesprochen, aber dann hab ich es nochmal und nochmal gelesen und am Ende kann ich da wohl doch nicht hin schreiben.
Denn ich halte das Schlafen im Familienbett und auch dass Kindergartenkinder nicht alleine einschlafen können, nicht für ein Schlafproblem.
Die Kommentare unter dem Post von Eltern sind übrigens auch nicht schlecht, da wird ordentlich hin und hergemotzt und verflucht dass es manchmal nicht mehr schöner geht.
Vielleicht sollte ich hier auch nichts mehr dazu erwähnen.
Meine Mutter hat mir einst einen guten Tipp gegeben: (eventuell wäre der ja auch ein Tipp für die Elternleser?)
"Was im Schlafzimmer passiert, sollte im Schlafzimmer bleiben und geht niemanden was an. Mach das, was Ihr für richtig hält und erzählt es nicht jedem"
Was ich jetzt hiermit aber nun doch tue, weil ich denke, ich bin nicht allein damit und man sollte ruhig zu dem stehen was man macht.
Ich habe also 2 Kinder und  "2 Fälle " für das Elternheft.

Fall Nummer 1:
Das grosse Kind mit viereinhalb Jahren. Ja, ein Kindergartenkind. Und ratet mal- richtig, es schläft nicht alleine ein und wenn es dann schläft, dann kommt er irgendwann, meistens in der 2. Nachthälfte zu uns rüber in's Familienbett. (Was grad nur ein halbes Familienbett ist, aber mehr dazu in  Fall 2)
Das war aber nicht immer so. Gut, auch die ersten 3 Monate waren einschlaftechnisch nicht so einfach. Denn das liebe Kind hatte 3-Monats-Koliken und mein Mann und ich sind deshalb knapp 3 Monate nächtelang mit dem geliebten Wunschkind den Flur auf und abgelaufen. Oder haben auf dem Petziball gesessen bis uns selbst fast die Augen zufielen. 
Ablegen war schlichtweg nicht möglich. Damals wusste ich noch nicht was ich heute (vielleicht zuviel) weiß, ich hatte Internet nur ab und zu am Laptop an und ich kannte keinen Erziehungsratgeber nur vielleicht die SuperNanny und auch die nur vom durchzappen. 
Aber instinktiv wäre meinem Mann und mir nie in den Sinn gekommen, ihn brüllend in sein Bett zu legen. Lieber sind wir  also mit Augenringen geschmückt und einem gepuckten Baby (denn das Enge liebte er) unsere Kilometer durch die Wohnung gewandert. 

Nach 3 Monaten war der Spuk vorbei und das Kind für den Stubenwagen der neben meinem Bett stand (das wollten wir ja NIE machen- das Kind gehört in sein Zimmer war unser Gedanke- aber schon in der 1. Nacht daheim vom Krankenhaus lagen wir im Bett und es fühlte sich für uns falsch an, wir hier und er drüben- wir standen auf und holten ihn zu uns) zu groß. 
Schweren Herzens musste das Kind nun doch in sein Zimmer, denn ein Bett passte leider nicht neben meins. Dafür hatten wir aber eine tolle Wasserbettmatratze gekauft und bereits in der ersten Nacht im eigenen Bettchen schlief das Kind durch. Gegen Morgen wachte er meist gegen 6 nochmal auf, da holte ich ihn dann rüber und wir schliefen nach dem Stillen nochmal ein. Wir wurden also richtig belohnt für 3 Monate in den Schlaf wiegen. 
Bis das Kind 18 Monate alt war, legten wir ihn abends ins Bett nach den üblichen Ritualen wie kuscheln und Buch anschauen. Manchmal schlief er auch beim Stillen schon ein, dann legte ich ihn nur so rüber in sein Bett. Ansonsten konnten wir aus dem Zimmer. Er babbelte ein bisschen und 
schlief dann irgendwann einfach ein.
Dann mit eineinhalb Jahren musste mein Mann beruflich in eine andere Stadt und pendelte am Wochenende zu uns. Freitag Abend bis Sonntag Abend. Alleine einschlafen war nicht mehr. Papa musste dann am Wochenende kuscheln und Mama unter der Woche. Ich durfte das Zimmer nicht verlassen. Auf die Idee mit dem Familienbett bin ich damals blöderweise nicht so direkt gekommen. Nur indirekt. Denn schon da ging das an, dass er nachts wach wurde und ich ihn dann doch zu mir holte. 
Als er dann zwei war, ging es, dass man irgendwann  nach dem kuscheln gehen konnte und er dann doch alleine  einschlief. Bis dann aber sein Papa für über 3 Monate am Stück ins Ausland musste.  Von da an musste ich an seinem Bettchen bleiben bis er schlief. Die Verlustängste sind bis heute ausgesprochen groß. Jetzt ist er viereinhalb.  Hat den Umzug in ein anderes Land mit fremder Sprache und ein Geschwisterchen verarbeiten müssen. 
Und kann ohne uns nicht einschlafen weil er zu viele Dinge in seinem Kopf  hat und wie er sagt "den Knopf zum ausschalten nicht findet" 
Also legt sich einer von uns dazu. In seinem Bett, das ist geblieben. Mal 10 Minuten, mal 20 Minuten, mal 1 Stunde oder auch manchmal, bis dann der andere kommt zum wach rütteln, weil man beim kuscheln auch mit eingeschlafen ist. 
Und auch wenn viele uns nicht verstehen können, für uns ist es mittlerweile der richtige Weg. Wir haben es akzeptiert und es so angenommen. Auch wenn wir manchmal noch soviel andere Dinge erledigen müssten und wir gestresst sind. Unser Sohn braucht das eben JETZT, er braucht uns. 

Schön, wenn andere Kinder alleine einschlafen können. Ich beneide auch manchmal die Eltern, die pünktlich um 20 Uhr vor der Tagesschau sitzen können. Aber dann schaue ich auf meinen süssen Schatz neben mir, der kurz vor dem Schlafen noch ein "ich hab Dich so lieb Mami" flüstert, und dann weiß ich, diese Zeit, wir beide fest aneinander gekuschelt, geht so schnell vorbei und ich werde um 20 Uhr vor dem Fernseher sitzen und es ganz schrecklich vermissen mit ihm zu kuscheln und ihn 
liebevoll in den Schlaf zu begleiten. 
Mal ehrlich- wer schläft nicht gerne so ein?? 
Fall Nummer 2 kommt dann morgen, denn der ist soeben aufgewacht und will nun noch seine Extra-Portion Milch. 
Gute Nacht Welt.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen