Sonntag, 26. Januar 2014

Geballte Ladung Liebe

Momentan genießen wir ja die Heimat in vollen Zügen und zum Schreiben bleibt eigentlich  kaum Zeit. 
Es ist schön- aber anstrengend, weil man daheim ja eigentlich alles kindgerecht eingerichtet und gesichert hat. Die Jungs können sich ziemlich frei bewegen und kritische oder gefährliche Sachen sind eigentlich komplett außer Reichweite. 
Hier sind wir natürlich ständig auf dem Sprung und müssen leider viel zu oft NEIN!!! sagen. Ruhig sitzen bleiben und essen ist dann zum Beispiel auch nicht, denn gerade für den Zwerg sind all die kleinen Schränke und Schubladen höchst interessant.
Nur leider nicht gut, wenn sich hinter dem Schrank die Brotmaschine befindet oder das ganze Putzmittel. 
Mein Mann und ich sind also ständig auf Strom, was findet der Kleine als nächstes, wo klettert er wieder rauf, wie gefährlich ist wohl dieser Schrank? Kann was kaputt gehen? Anstrengend - aber trotzdem schön. 
Schön, weil man sich endlich wieder sieht. Schön zu sehen, wie die Jungs strahlen und glücklich sind. Vor allem der Große. Und alle sprechen wieder unsere Sprache. 

Ja und dann kommt mir gerade auch folgender Spruch in den Sinn, den ich mal auf Facebook gelesen habe:
"Nach jedem Besuch bei Oma ist das Kind erzieherisch wieder auf die Werkseinstellung zurück gesetzt."

Kennt Ihr das? Also ich unterschreibe das!
Wir haben ja eigentlich als Familie noch nie in der Heimat gewohnt. Waren immer irgendwie viel zu weit weg für einen kurzen Besuch. Das heißt für die Kids dann immer: geballte Ladung Liebe in kürzester Zeit. Hört sich natürlich krass an aber es trifft so ein bisschen was da dann passiert. 
Ist für uns Eltern nach längerer Erfahrung meistens nicht schlimm, irgendwo ganz normal aber dann und wann ärgert man sich ganz automatisch dann doch über bestimmte Dinge. 
So gibt es dann eben auch abends mal Schokolade, Gummibärchen und Fernsehen (auch wenn man vor Aufregung eh schon länger braucht zum Einschlafen). 
Geregelte Mahlzeiten und Mittagsschlaf sind uninteressant, man darf unterm Essen aufstehen, weil man dem Argument "ich muss mal dringend die Oma knuddeln" einfach nix entgegen bringen kann und will. 
Steht das Kind normalerweise morgens selbst angezogen im Flur, scheint es plötzlich diese Dinge auf gar keinen Fall alleine machen zu können. "Auf Toilette gehst Du auch schon alleine?" "Ja, aber nur daheim". Ebenso beim Zähneputzen und der Gute-Nacht-Geschichte werden Mama und Papa urplötzlich sowas von unwichtig.
Nur zum kuscheln- da kommen wir wieder zusammen. Liegen ganz eng gekuschelt. 
"Mama, was war am Schönsten heute?"
"Hmmm- dass ich meine Mama gesehen habe und für Dich?"
"Hmmmmmm- heute der ganze Tag mit Oma"

Oh da wird mir jetzt schon ganz arg wenn ich an den Abschiedsschmerz denke...

Gute Nacht 

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